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IBMVon $1InhaltsverzeichnisKombinierter RevisionsvergleichAndere Änderungen:
Version von 10:18, 25 Jun 2026
Geräte im Museumwiki.tree{depth: "2"} GeschichteDie Ursprünge: Hollerith & die Lochkarte 1896 – 1911Hollerith-Lochkarte – Grundlage von IBMs Aufstieg Herman Hollerith, Sohn eines deutschen Auswanderers, gründete im Dezember 1896 die Tabulating Machine Company – und legte damit den Grundstein für IBM. Seine Lochkartenmaschinen hatten bereits 1890 die US-Volkszählung revolutioniert: Was zuvor sieben Jahre dauerte, war mit Hollerith-Maschinen in zwei Jahren erledigt. Am 16. Juni 1911 wurden die Tabulating Machine Company, die International Time Recording Company und die Computing Scale Corporation in Endicott, New York zur Computing-Tabulating-Recording Company (C-T-R) verschmolzen. Thomas J. Watson Sr. übernahm 1914 die Geschäftsführung und formte das Unternehmen mit Eisenfaust: strikter Dresscode, Mitarbeiterschulungen, totale Vertriebsorientierung – IBM-Mitarbeiter galten jahrzehntelang als die Bankbeamten unter den Tech-Leuten. IBM wird IBM 1924 – 1950Am 14. Februar 1924 erfolgte die Umbenennung in International Business Machines Corporation – Watson hasste den sperrigen C-T-R-Namen und wählte einen, der nach Weltgeltung klingt. Lochkarten wurden nicht verkauft, sondern vermietet – ein frühes Abo-Modell, das IBM eine monopolartige Stellung auf dem Weltmarkt sicherte. 1928 führte IBM die 80-Spalten-Lochkarte ein, die zum weltweiten Datenstandard wurde. ⚠ Dunkles Kapitel: Während des Zweiten Weltkriegs lieferte IBMs deutsche Tochtergesellschaft DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen GmbH, gegr. 1910 in Berlin) Milliarden von Lochkarten an das NS-Regime. Diese wurden u. a. genutzt, um die Erfassung jüdischer Bürger und die Organisation des Holocaust zu industrialisieren. DEHOMAG stand unter Nazi-Kontrolle; IBMs direkte Mitverantwortung ist bis heute Gegenstand historischer Debatte. Auf der positiven Seite: 1945 entwickelte IBM eines der ersten elektrischen Simultandolmetschsysteme – eingesetzt bei den Nürnberger Prozessen 1946. Der Sprung zum Computer 1950 – 1970IBM System/360 (1964) – Meilenstein der Computergeschichte 1948 kam der IBM 604 – der erste kommerziell erfolgreiche elektronische Rechner. 1952 folgte der IBM 701, IBMs erster echter Elektronenröhren-Computer. Mit dem IBM 1401 (1959, Transistortechnik) und rund 10.000 verkauften Einheiten in den 1960er Jahren wurde IBM zum Inbegriff des Business-Computers. 1964 veränderte das System/360 die IT-Welt: Erstmals war eine komplette Computerfamilie untereinander kompatibel – Software lief auf allen Modellen. IBM erhielt innerhalb von vier Wochen nach der Ankündigung über 1.000 Bestellungen. „Big Blue“ dominierte den Weltmarkt nahezu unangefochten. 1971Diskette erfunden 1972Erster Geldautomat 1975IBM 5100 (erster portabler PC) 1976Erster Laserdrucker Der IBM PC & das Microsoft-Desaster 1981 – 1993IBM PC 5150 (1981) – Begründer des PC-Standards 1981 brachte IBM mit dem IBM PC 5150 den Personal Computer, der zum Weltstandard wurde. Für das Betriebssystem wandte sich IBM an eine kleine Firma namens Microsoft – und überliess ihr das Recht, MS-DOS auch selbst zu verkaufen. Intel durfte den 8088-Prozessor ebenfalls frei vermarkten. Die offene Architektur schuf einen Massenmarkt – aber IBM verlor die Kontrolle darüber: Compaq und Dutzende IBM-Kloner übernahmen den Markt. 1985 startete IBMs Kooperation mit Microsoft für OS/2. 1990 trennten sich die Wege; Microsoft setzte auf Windows. OS/2 war technisch überlegen – verlor aber den Marktkrieg. 1987 gewannen die IBM-Forscher Gerd Binnig und Heinrich Rohrer den Nobelpreis für Physik für das Rastertunnelmikroskop. 1992 brachte IBM mit dem ThinkPad das erste moderne Notebook auf den Markt. 1993 verbuchte IBM einen Verlust von über 8 Milliarden USD – einer der grössten Verluste in der US-Unternehmensgeschichte zu dem Zeitpunkt. Lou Gerstner übernahm den Vorstandsvorsitz und rettete IBM mit einer radikalen Neuausrichtung auf Dienstleistungen. Deep Blue, Watson & die Service-Renaissance 1997 – 20201997 schlug IBMs Supercomputer Deep Blue den amtierenden Schachweltmeister Garry Kasparov in sechs Partien – ein Medienereignis und Meilenstein der KI-Geschichte. 2004 verkaufte IBM die PC-Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo und konzentrierte sich auf Software und Beratung. 2011 besiegte der Watson-Computer die besten menschlichen Teilnehmer bei der US-Quizshow Jeopardy! 2019 erwarb IBM Red Hat für 34 Milliarden USD – die grösste Akquisition der Firmengeschichte – und sicherte sich damit die führende Open-Source-Plattform für Hybrid-Cloud. 2021 wurde der Managed-Infrastructure-Bereich als eigenständiges Unternehmen Kyndryl ausgegliedert. IBM heute: KI, Quantum & Hybrid Cloud 2020 – heuteIBM positioniert sich heute als KI- und Hybrid-Cloud-Konzern. Mit watsonx und der Zusammenarbeit mit Partnern wie SAP treibt IBM KI-Unternehmensanwendungen voran. Das Quantencomputing-Programm (IBM Quantum, Quantum Datacenter in Ehningen seit 2021) gehört zu den führenden weltweit. 2018 schickte IBM zusammen mit Airbus den ersten KI-Assistenten CIMON zur Internationalen Raumstation. IBM gehört zu den wenigen Unternehmen, die seit über 130 Jahren existieren und stets reinventiert haben, was sie sind – von der Lochkarte über den Mainframe und den PC zum KI-Berater. Das Software-Segment (inkl. Red Hat) macht heute über 40 % des Umsatzes von 61,9 Mrd. USD (2023) aus. In Deutschland: Zentrale in Ehningen bei Stuttgart. NoElements {}
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Geräte im Museumwiki.tree{depth: "2"} GeschichteDie Ursprünge: Hollerith & die Lochkarte 1896 – 1911 Hollerith-Lochkarte – Grundlage von IBMs Aufstieg Herman Hollerith, Sohn eines deutschen Auswanderers, gründete im Dezember 1896 die Tabulating Machine Company – und legte damit den Grundstein für IBM. Seine Lochkartenmaschinen hatten bereits 1890 die US-Volkszählung revolutioniert: Was zuvor sieben Jahre dauerte, war mit Hollerith-Maschinen in zwei Jahren erledigt. Am 16. Juni 1911 wurden die Tabulating Machine Company, die International Time Recording Company und die Computing Scale Corporation in Endicott, New York zur Computing-Tabulating-Recording Company (C-T-R) verschmolzen. Thomas J. Watson Sr. übernahm 1914 die Geschäftsführung und formte das Unternehmen mit Eisenfaust: strikter Dresscode, Mitarbeiterschulungen, totale Vertriebsorientierung – IBM-Mitarbeiter galten jahrzehntelang als die Bankbeamten unter den Tech-Leuten. IBM wird IBM 1924 – 1950Am 14. Februar 1924 erfolgte die Umbenennung in International Business Machines Corporation – Watson hasste den sperrigen C-T-R-Namen und wählte einen, der nach Weltgeltung klingt. Lochkarten wurden nicht verkauft, sondern vermietet – ein frühes Abo-Modell, das IBM eine monopolartige Stellung auf dem Weltmarkt sicherte. 1928 führte IBM die 80-Spalten-Lochkarte ein, die zum weltweiten Datenstandard wurde. ⚠ Dunkles Kapitel: Während des Zweiten Weltkriegs lieferte IBMs deutsche Tochtergesellschaft DEHOMAG (Deutsche Hollerith-Maschinen GmbH, gegr. 1910 in Berlin) Milliarden von Lochkarten an das NS-Regime. Diese wurden u. a. genutzt, um die Erfassung jüdischer Bürger und die Organisation des Holocaust zu industrialisieren. DEHOMAG stand unter Nazi-Kontrolle; IBMs direkte Mitverantwortung ist bis heute Gegenstand historischer Debatte. Auf der positiven Seite: 1945 entwickelte IBM eines der ersten elektrischen Simultandolmetschsysteme – eingesetzt bei den Nürnberger Prozessen 1946. Der Sprung zum Computer 1950 – 1970 IBM System/360 (1964) – Meilenstein der Computergeschichte 1948 kam der IBM 604 – der erste kommerziell erfolgreiche elektronische Rechner. 1952 folgte der IBM 701, IBMs erster echter Elektronenröhren-Computer. Mit dem IBM 1401 (1959, Transistortechnik) und rund 10.000 verkauften Einheiten in den 1960er Jahren wurde IBM zum Inbegriff des Business-Computers. 1964 veränderte das System/360 die IT-Welt: Erstmals war eine komplette Computerfamilie untereinander kompatibel – Software lief auf allen Modellen. IBM erhielt innerhalb von vier Wochen nach der Ankündigung über 1.000 Bestellungen. „Big Blue“ dominierte den Weltmarkt nahezu unangefochten. 1971Diskette erfunden 1972Erster Geldautomat 1975IBM 5100 (erster portabler PC) 1976Erster Laserdrucker Der IBM PC & das Microsoft-Desaster 1981 – 1993 IBM PC 5150 (1981) – Begründer des PC-Standards 1981 brachte IBM mit dem IBM PC 5150 den Personal Computer, der zum Weltstandard wurde. Für das Betriebssystem wandte sich IBM an eine kleine Firma namens Microsoft – und überliess ihr das Recht, MS-DOS auch selbst zu verkaufen. Intel durfte den 8088-Prozessor ebenfalls frei vermarkten. Die offene Architektur schuf einen Massenmarkt – aber IBM verlor die Kontrolle darüber: Compaq und Dutzende IBM-Kloner übernahmen den Markt. 1985 startete IBMs Kooperation mit Microsoft für OS/2. 1990 trennten sich die Wege; Microsoft setzte auf Windows. OS/2 war technisch überlegen – verlor aber den Marktkrieg. 1987 gewannen die IBM-Forscher Gerd Binnig und Heinrich Rohrer den Nobelpreis für Physik für das Rastertunnelmikroskop. 1992 brachte IBM mit dem ThinkPad das erste moderne Notebook auf den Markt. 1993 verbuchte IBM einen Verlust von über 8 Milliarden USD – einer der grössten Verluste in der US-Unternehmensgeschichte zu dem Zeitpunkt. Lou Gerstner übernahm den Vorstandsvorsitz und rettete IBM mit einer radikalen Neuausrichtung auf Dienstleistungen. Deep Blue, Watson & die Service-Renaissance 1997 – 20201997 schlug IBMs Supercomputer Deep Blue den amtierenden Schachweltmeister Garry Kasparov in sechs Partien – ein Medienereignis und Meilenstein der KI-Geschichte. 2004 verkaufte IBM die PC-Sparte an den chinesischen Hersteller Lenovo und konzentrierte sich auf Software und Beratung. 2011 besiegte der Watson-Computer die besten menschlichen Teilnehmer bei der US-Quizshow Jeopardy! 2019 erwarb IBM Red Hat für 34 Milliarden USD – die grösste Akquisition der Firmengeschichte – und sicherte sich damit die führende Open-Source-Plattform für Hybrid-Cloud. 2021 wurde der Managed-Infrastructure-Bereich als eigenständiges Unternehmen Kyndryl ausgegliedert. IBM heute: KI, Quantum & Hybrid Cloud 2020 – heuteIBM positioniert sich heute als KI- und Hybrid-Cloud-Konzern. Mit watsonx und der Zusammenarbeit mit Partnern wie SAP treibt IBM KI-Unternehmensanwendungen voran. Das Quantencomputing-Programm (IBM Quantum, Quantum Datacenter in Ehningen seit 2021) gehört zu den führenden weltweit. 2018 schickte IBM zusammen mit Airbus den ersten KI-Assistenten CIMON zur Internationalen Raumstation. IBM gehört zu den wenigen Unternehmen, die seit über 130 Jahren existieren und stets reinventiert haben, was sie sind – von der Lochkarte über den Mainframe und den PC zum KI-Berater. Das Software-Segment (inkl. Red Hat) macht heute über 40 % des Umsatzes von 61,9 Mrd. USD (2023) aus. In Deutschland: Zentrale in Ehningen bei Stuttgart. NoElements {}
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