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SUNVon $1Inhaltsverzeichnis
<svg aria-hidden="true" class="sun-logo-svg" viewbox="0 0 64 44" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg"> <text fill="#c04800" font-family="Arial Black, Arial, sans-serif" font-size="32" font-weight="900" letter-spacing="1" x="0" y="36">sun</text> <text fill="#e08040" font-family="Arial, sans-serif" font-size="8" font-weight="400" letter-spacing="0.5" x="0" y="44">microsystems</text> </svg> Geräte im MuseumGeschichteStanford University Network – vier Gründer, eine Vision 1982Am 24. Februar 1982 – offiziell eingetragen am 16. Mai – gründeten vier Stanford-Absolventen das Unternehmen, das die Unix-Workstation-Welt verändern sollte: Andreas von BechtolsheimDt. Hardware-Ingenieur; entwarf den SUN-1-Prototypen im Stanford-Auftrag Bill JoyBSD-Unix-Chefentwickler; brachte das Betriebssystem und den Slogan mit Vinod KhoslaIndisch-amerik. Unternehmer; CEO in den Anfangsjahren Scott McNealyCEO 1984–2006; prägend für Suns streitlustigen Charakter Der Name SUN steht für Stanford University Network – ein Projekt zur Vernetzung der Bibliotheksrechner an der Stanford University, aus dem heraus von Bechtolsheim den ersten Workstation-Entwurf entwickelte. Das Problem: „Die Firmen wollten keine Workstations bauen.“ Also baute von Bechtolsheim selbst eine. „The network is the computer, the computer is the manual.“ — John Gage, Marketing-Chef, Sun Microsystems. Der zweite Teil wird heute gern vergessen: der Anspruch, einen Computer zu bauen, der ohne Handbuchstudium bedienbar ist. ■ Das Ambigramm-Logo: Das Sun-Logo ist ein Kunst-Ambigramm – es liest sich aus allen vier Richtungen (0°, 90°, 180°, 270°) als „sun“. Es wurde von Vaughan Pratt, Stanford-Professor, entworfen und gilt als eines der elegantesten Logos der Technikgeschichte. Unix-Workstations & SPARC 1982 – 1993Sun SPARCstation – Ikone der Unix-Workstation-Ära Die frühen Modelle Sun-1, Sun-2 und Sun-3 setzten auf Motorola-68000-Prozessoren (CISC) und das Betriebssystem SunOS – ein BSD-4.3-Abkömmling. 1984 entwickelte Sun mit NFS (Network File System) ein unter Unix dominierendes Netzwerkdateisystem und stellte es als Open Source zur Verfügung – bis heute ein Fundament der Netzwerktechnik. Ab der Sun-4-Generation setzte Sun auf die eigene SPARC-CPU (Scalable Processor Architecture, RISC). Die SPARCstations wurden zu den meistgenutzten Unix-Workstations der Welt. 1992 erschien die SPARCstation 10 – das erste Desktop-System mit Mehrprozessorunterstützung. Sun lieferte in dem Jahr mehr Unix-Mehrprozessorserver als jeder andere Hersteller in seiner gesamten Geschichte bis dahin. Das Betriebssystem entwickelte sich weiter: aus SunOS wurde Solaris (auf SVR4-Unix-Basis) – eines der robustesten und langlebigsten Unix-Systeme überhaupt. Solaris ist bis heute in Betrieb auf Tausenden von Produktivsystemen weltweit. Java – „Write Once, Run Anywhere“ 1995☕ Java (1995): Sun veröffentlichte 1995 eine objektorientierte, plattformunabhängige Programmiersprache – ursprünglich unter dem Codenamen Oak für Embedded-Systeme entwickelt. Das Versprechen: „Write Once, Run Anywhere“ – einmal schreiben, auf jeder Plattform ausführen. Mit dem Aufstieg des Internets wurde Java zur meistgenutzten Programmiersprache der Welt. Auch der erste vollständig computeranimierte Kinofilm – Pixars Toy Story (1995) – wurde auf über 100 Sun-Systemen gerendert. Das Ticker-Symbol von Sun war später bezeichnenderweise: JAVA. Open Source, StarOffice & der Internet-Boom 1995 – 2004Sun Ultra 5 – günstige Einstiegsworkstation der späten 1990er 1999 kaufte Sun das Hamburger Unternehmen Star Division von Marco Börries mit dem Office-Paket StarOffice – explizit um Microsoft das Leben schwer zu machen. 2000 veröffentlichte Sun den Quellcode unter LGPL als OpenOffice.org: ein Meilenstein der Open-Source-Bewegung, der zu LibreOffice und den heutigen Millionen von Installationen führte. Parallel lancierte Sun die JavaStation – einen billigen Netzwerk-Computer ohne lokale Festplatte, der den PC obsolet machen sollte. Das Projekt scheiterte: Das Ökosystem für rein netzwerkbasierte Anwendungen fehlte noch. Zehn Jahre später hiess dieses Ökosystem Google. 1995Java veröffentlicht 1999Star Division / StarOffice 2000OpenOffice.org (LGPL) 2005MySQL AB übernommen 2005OpenSolaris (CDDL) 2006Java Open Source (GPL) Der Dotcom-Crash & der lange Abstieg 2001 – 2009Das Platzen der Dotcom-Blase 2001 traf Sun hart: Suns Kernkunden – Internet-Startups und Telekomfirmen – brachen weg. CEO Scott McNealy hatte Jahre lang mit Leidenschaft Microsoft bekämpft und dabei Ressourcen aufgerieben. Sein Nachfolger Jonathan Schwartz (ab 2006) versuchte eine Open-Source-Neuausrichtung, aber Sun verlor weiter Marktanteile gegen günstigere x86-Linux-Server. Für das Geschäftsjahr 2009 meldete Sun einen Verlust von 2,2 Milliarden US-Dollar. Der Versuch einer Fusion mit IBM scheiterte. Sun stand praktisch zum Verkauf. ⚠ Am 20. April 2009 kündigte Oracle die Übernahme von Sun Microsystems für 7,4 Milliarden US-Dollar an. Die EU-Kommission zögerte wegen MySQL-Wettbewerbsbedenken – genehmigte aber im Januar 2010 ohne Auflagen. Am 27. Januar 2010 wurde Sun in Oracle eingegliedert. Als direkte Folge wandten sich zahlreiche Open-Source-Projekte von Oracle ab; OpenOffice.org wurde zu LibreOffice, OpenSolaris zu Illumos. Das ErbeSuns Hinterlassenschaft ist allgegenwärtig: Java läuft auf Milliarden Geräten – von Android-Smartphones bis Industrie-Steuerungen. NFS ist Standard in jedem Unix-Netzwerk. ZFS (Suns Dateisystem, 2005) ist das leistungsfähigste Open-Source-Dateisystem überhaupt und lebt in FreeBSD, Linux und macOS weiter. OpenOffice → LibreOffice ist auf Hunderten Millionen PCs installiert. Das SPARC-Ambigramm-Logo gilt als eines der schönsten Logos der Technikgeschichte. Und von Bechtolsheims erster Google-Scheck – 100.000 USD, ausgestellt auf “Google Inc.” noch bevor die Firma gegründet war – sicherte ihm später einen Milliardengewinn.
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