Ericsson

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    Ericsson
    Telefonaktiebolaget LM Ericsson — Stockholm, Schweden
    gegr. 1876 Erfinder von Bluetooth 5G-Weltmarktführer 54.000+ Patente

    Geräte im Museum

    Geschichte

    Lars Magnus Ericsson & die Reparaturwerkstatt 1876

    Lars Magnus Ericsson
    Lars Magnus Ericsson (1846–1926), Gründer

    Lars Magnus Ericsson wurde am 5. Mai 1846 in Värmskog, Mittelschweden geboren. Sein Vater starb, als er elf Jahre alt war; er arbeitete früh als Bergwerks- und Grubenarbeiter. 1867 zog er nach Stockholm und fand eine Stelle bei Öller & Co., die Telegrafieausrüstung herstellten. Ein Regierungsstipendium ermöglichte ihm von 1872 bis 1875 Auslandsaufenthalte – unter anderem bei Siemens & Halske in Berlin.

    1876 kehrte er nach Stockholm zurück und gründete gemeinsam mit seinem Freund Carl Johan Andersson eine kleine Telegrafenreparaturwerkstatt im Zentrum der Stadt – exakt in dem Jahr, in dem Alexander Graham Bell das Telefon patentieren liess. Ericsson studierte die Konstruktionen von Bell und Siemens und entwickelte eigene Lösungen. 1878 fertigte er seine ersten eigenen Telefongeräte und schloss einen Liefervertrag mit Stockholms erster Telefongesellschaft.

    Weltweite Expansion & Telefonära 1881 – 1901

    Ericsson Tischtelefon 1890er
    Ericsson-Tischtelefon, ca. 1892

    1881 gewann Ericsson den Auftrag für das nationale schwedische Telefonsystem Telegrafverket und schloss binnen fünf Jahren 64 von 93 schwedischen Städten ans Netz an. Das Unternehmen expandierte rasch international: Fabriken entstanden in London, New York und St. Petersburg, Niederlassungen in Shanghai und Mexiko-Stadt. Grosseste Märkte ausserhalb Europas: Australien und Neuseeland.

    Ericsson pflegte einen aussergewöhnlichen Führungsstil: kostenlose medizinische Versorgung, Fokus auf Mitarbeiterausbildung. 1901 trat Lars Magnus Ericsson als Präsident zurück und verkaufte 1905 seine Anteile. Er starb am 17. Dezember 1926 – seinem Wunsch entsprechend ohne Grabstein begraben.

    Vermittlungssysteme & die AXE-Revolution 1920 – 1980

    Ericsson konzentrierte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf manuelle und später automatische Telefonvermittlungssysteme. Das erste Wähltelefon erschien erst 1921 – später als in den USA, wo die automatische Telefonie dominierte. In den 1930er Jahren zog die Hauptfabrik in den Stockholmer Stadtteil Midsommarkransen – die U-Bahn-Station dort wurde schlicht Telefonplan getauft.

    In den 1970er Jahren entwickelte Ericsson das AXE-System – eines der wegweisenden digitalen Telefonvermittlungssysteme der Welt, das bis heute in vielen Netzen läuft. Es wurde zum Fundament von Ericssons weltweiter Marktstellung und ist eines der meistverkauften Telekommunikationssysteme der Geschichte.

    Mobilfunk-Pionier: GSM, NMT & 40 % Weltmarktanteil 1981 – 1999

    Ericsson GH337 und T28
    Ericsson T28 (1999) – Ikone der Mobiltelefonära

    Ericsson war massgeblich an der Entwicklung des NMT-Standards (Nordisches Mobiltelefon, 1981) beteiligt – dem ersten automatischen Mobilfunknetz der Welt. Mit GSM (1991) setzte sich der europäische Standard durch, den Ericsson entscheidend mitprägte. Das erste Ericsson-Handy, das GH172 (1992), gehörte zu den ersten D-Netz-fähigen Geräten überhaupt.

    Anfang 1997 hielt Ericsson einen geschätzten Anteil von 40 % am weltweiten Mobilfunkmarkt bei rund 54 Millionen Abonnenten. Das elegante T28 (1999) wurde zu einer Design-Ikone.

    1994Bluetooth-Forschung startet
    1997Bluetooth + Intel-Kooperation
    1998Bluetooth SIG gegründet
    2000Erstes Bluetooth-Handy T36
    �� Ericsson erfand Bluetooth: 1994 startete Ericsson Mobile Communications die Forschung an einer Kurzstreckenfunktechnologie. 1998 gründete Ericsson gemeinsam mit Intel, IBM, Nokia und Toshiba die Bluetooth Special Interest Group (SIG) – der Name ehrt den dänischen Wikingerkonig Harald Blauzahn. Heute hält Ericsson über 54.000 Patente.

    Krise, Philips-Brand & Sony Ericsson 2000 – 2012

    Im Jahr 2000 verbrannte ein Brand bei einem Philips-Zulieferer in Albuquerque, New Mexico den einzigen Chip-Hersteller, der Ericssons Schluüsselkomponenten lieferte. Nokia reagierte sofort und sicherte sich Alternativlieferanten – Ericsson verlor Monate an Produktion und musste jedes seiner Mobiltelefone mit rund 60 Euro subventionieren, was beinahe zur Insolvenz führte.

    Im Oktober 2001 gründeten Ericsson und Sony das 50:50-Joint-Venture Sony Ericsson Mobile Communications mit Sitz in London, um Ericssons Telekommunikationskompetenz mit Sonys Unterhaltungselektronik-Erfahrung zu kombinieren. Erfolgreichste Produkte: die Cybershot- und Walkman-Handys (K800, W995). Im Februar 2012 kaufte Sony Ericssons Anteile – Ericsson zog sich vollständig aus dem Endgerätemarkt zurück.

    5G-Weltmarktführer & heutige Ära 2012 – heute

    Nach dem Rückzug aus dem Endgerätegeschäft fokussierte Ericsson konsequent auf Netzwerkinfrastruktur. Das Unternehmen ist heute weltweiter Marktführer bei der Implementierung von 5G – mit Massive-MIMO-Technologie und Präsenz in über 180 Ländern. Ericssons Netzwerke bedienen über 1 Milliarde Mobilfunkabonnenten weltweit.

    2019 kaufte Ericsson den Antennenspezialisten Kathrein aus Rosenheim – einst selbst weltmarktführend in Antennentechnik. In Deutschland: F&E-Standorte in Herzogenrath (Eurolab, 5G-Entwicklung seit 2G) und Frankfurt. Das Wallenberg-Unternehmen beschäftigt weltweit über 99.000 Mitarbeiter.

    Ericsson Eurolab in Herzogenrath: Seit der Entwicklung von 2G wurde an diesem Standort jeder einzelne Mobilfunkstandard – 2G, 3G, 4G, 5G – massgeblich mitentwickelt. Heute laufen hier LTE- und 5G-Projekte für Industrie 4.0, Verkehr und Energie.
    Kurzprofil
    Gegr. 1876, Stockholm
    Gründer Lars Magnus Ericsson (1846–1926)
    Vollname Telefonaktiebolaget LM Ericsson
    Sitz Stockholm, Schweden
    Eigentümer Wallenberg-Gruppe
    Mitarbeiter > 99.000
    Länder > 180
    Patente > 54.000 (2020)
    Erfindungen Bluetooth (1994), NMT, GSM-Aufbau
    Joint Venture Sony Ericsson (2001–2012)
    Fokus heute 5G, Netzinfrastruktur, IoT
    Website ericsson.com

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