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BlackBerryVon $1
BB Geräte im MuseumGeschichteGründung als RIM 1984Am 7. März 1984 gründeten die Studenten Mike Lazaridis und Douglas Fregin in Waterloo, Ontario das Unternehmen Research In Motion Limited (RIM) – nur zwei Monate bevor Lazaridis sein Studium der Elektrotechnik an der University of Waterloo abschliessen wollte. Ziel: neue drahtlose Kommunikationstechnologien zu entwickeln. Erste Produkte waren Kassenautomat-Systeme und Datenübertragungsgeräte. Lazaridis, 1961 in Istanbul als Kind griechischer Eltern geboren und mit fünf Jahren nach Kanada ausgewandert, hatte von klein auf Radios zerlegt und sich für Physik begeistert. RIM war sein logischer nächster Schritt – in bester Gesellschaft mit Gates und Dell, die ihr Studium ebenfalls für die eigene Firma aufgaben. Drahtlose Pionierarbeit & der erste BlackBerry 1996 – 1999 BlackBerry 850 (1999) – der Namensgeber 1996 brachte RIM den ersten Inter@ctive Pager mit QWERTY-Tastatur heraus, der nicht nur Nachrichten empfangen, sondern auch beantworten konnte – ein damals revolutionäres Konzept. Im Januar 1999 stellte RIM in München das erste Gerät namens BlackBerry 850 vor: ein kompakter Pager mit Chip vom Typ Intel 80386, Push-E-Mail, Adressbuch und Taschenrechner. 132×65 Pixel Display, neun Zentimeter breit, 399 Dollar. Der Name BlackBerry entstand, weil die kleinen Tasten des Geräts die Entwickler an die Kerne einer Brombeere erinnerten. 1998 ging RIM bereits an die Börse. Aufstieg zum Business-Standard 2002 – 2009 BlackBerry Bold 9000 – Ikone der Glänzzeit Das BlackBerry 5810 (2002) kombinierte erstmals E-Mail, Telefonie und Webbrowsing in einem Gerät und gilt als eines der ersten echten Smartphones. Der BlackBerry Enterprise Server (BES) sicherte Firmen-E-Mails end-to-end verschlüsselt – ein Alleinstellungsmerkmal, das Regierungen und Konzerne weltweit begeisterte. Barack Obama weigerte sich bekanntlich, sein BlackBerry als US-Präsident abzugeben. Der BlackBerry Messenger (BBM) machte das Gerät auch bei Privatkunden zur Sucht – der Spitzname CrackBerry war Programm. Auf dem Höhepunkt nutzten über 80 Millionen Menschen weltweit ein BlackBerry. 80 Mio.Nutzer weltweit 56 %US-Marktanteil (2009) 65 Mio.Geräte (2009) 44 000Patente Der Touchscreen-Schock 2007 – 2013Am 9. Januar 2007 veränderte Steve Jobs mit der Präsentation des iPhones die Smartphone-Welt. Lazaridis schätzte die Bedrohung zunächst falsch ein – „Ich schaue nicht über meine Schultern, was die Konkurrenz macht. Dazu habe ich keine Zeit", sagte er 2007 in einem FAZ-Interview. Ein Jahr später kam Android. ⚠ Das Touchscreen-Dilemma: BlackBerry hatte den Storm (2008) als erste Antwort lanciert – ein Touchscreen-Gerät, das die Zielgruppe weder überzeugte noch die Tastatur-Fans befähig machte. Anfang 2011 brachen die Verkäufe ein. Die App-Welt wuchs auf iOS und Android, nicht auf BlackBerry OS. Am 22. Januar 2012 räumten Lazaridis und Co-CEO Jim Balsillie ihre Chefsessel. Nachfolger wurde der gebürtige Niedersachse Thorsten Heins, der das neue Betriebssystem BlackBerry 10 (basierend auf dem 2010 erworbenen QNX) einführte und die Firma 2013 offiziell in BlackBerry Limited umbenannte. Pivot zur Software & Cybersicherheit 2013 – heuteEnde 2013 übernahm John Chen den Vorstandsvorsitz und tat das Einzig-Vernünftige: Er gab die eigene Hardware-Produktion auf und fokussierte das Unternehmen auf Cybersicherheit und Automobil-Software. 2016 wurden Smartphones nur noch in Lizenz entwickelt – zunächst das PRIV mit gehärtetem Android. 2022 stellte BlackBerry Entwicklung, Produktion und Verkauf von Mobiltelefonen endgültig ein. Heute ist BlackBerry Limited ein reines Softwareunternehmen mit Schwerpunkt Cybersicherheit (Cylance AI) und Automobil-Betriebssysteme (QNX) – QNX läuft in über 235 Millionen Fahrzeugen weltweit. Die Geschichte der Firma wurde 2023 von einer kanadischen Produktionsfirma verfilmt.
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