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PSIONVon $1Inhaltsverzeichnis
Geräte im MuseumGeschichteVom Physikprofessor zum Spieleentwickler 1980 – 1983Dr. David Edwin Potter (geb. 4. Juli 1943 in East London, Südafrika) studierte Naturwissenschaften am Trinity College Cambridge, promovierte in mathematischer Physik am Imperial College London und lehrte dort als Professor. 1980 gründete er mit einem einzigen Mitarbeiter, Charles Davies, über einem Immobilienbüro in der Baker Street, London, eine Softwarefirma. �� Der Name PSION: Potter wollte das Unternehmen ursprünglich als Drei-Buchstaben-Firma PSI (Potter Scientific Instruments) eintragen lassen – das Kürzel war jedoch bereits vergeben. Verargert fügte er kurzerhand ON hinzu: Potter Scientific Instruments Or Nothing. Das ikonische Logo – fünf Buchstaben, darüber jeweils die typografischen Einzelbestandteile des Buchstabens – entstand noch in dieser frühen Softwarephase. Die ersten Produkte waren Spiele für den Sinclair ZX Spectrum: Psion entwickelte den ersten Flugsimulator für den Spectrum, Chequered Flag, und die berühmte Horace-Spieleserie (Horace Goes Skiing u. a.). Der Psion Flight Simulator verkaufte sich über eine Million Mal. Eine unwahrscheinliche Startbahn für Grossbritanniens späteren grössten Computerhersteller. Der Organiser – der erste Handheld-Computer der Welt 1984 – 1990Psion Organiser II (1986) – erster Handheld mit Solid-State-Speicher Potters Vision: ein wirklich portabler Computer, der beim Abschalten keine Daten verliert – anders als die Heimcomputer jener Zeit. Die Idee soll in einer Londoner Kneipe auf einer Serviette entstanden sein. Im denkwürdigen Jahr 1984 – dem Jahr von Apple Macintosh und IBM PC AT – lancierte Psion für 99 Pfund den Psion Organiser I: ein quaderförmiges Gehäuse, nicht-QWERTY-Tastatur, 2 kB RAM, 4 kB ROM, einzeiliges LCD-Display. Batteriebetrieb eine Woche lang. Der erste Handheld-Computer der Welt. 1986 folgte der Organiser II – doppelter Speicher, RS-232-Anschluss, und als erster Handheld überhaupt mit Solid-State-Laufwerk für nicht-flüchtigen Speicher. Marks & Spencer setzte ihn für Lagerverwaltung ein, British Midland für das Ticketing-Personal. 1988 ging Psion an die Londoner Börse. EPOC, Series 3 & die goldene PDA-Ära 1991 – 1997 Psion Series 3a (1993) – 1,5 Millionen verkauft 1987 begann Psion die Entwicklung eines eigenen Betriebssystems: EPOC (manchmal scherzhaft Electronic Piece Of Cheese genannt – offiziell steht es einfach für Epoch). Die 16-Bit-Architektur SIBO (Single/Sixteen Bit Organiser) trug präemptives Multitasking – eine Seltenheit für Geräte dieser Klasse. 1991 erschien die Psion Series 3: Klappdesign, QWERTY-Vollklaviatur, 480×160-Pixel-LCD, 128 kB RAM, PCMCIA-Erweiterung für Modem und Speicher. Sprung 3 zu 5: Die Zahl 4 ist in China unglücklich – weshalb Psion direkt von der Series 3 zur Series 5 wechselte, um den asiatischen Markt nicht zu verstimmen. Series 31991128 kB, QWERTY, Klapp Series 3a19932 MB, 1,5 Mio. verkauft Series 3c19964 MB, IR-Schnittstelle Siena1996Kleinere Variante, Revo-Vorläufer Workabout1994Industrie-Handheld, Funk MC 4001989Notebook-Vorläufer, British Gas Series 5 & der Höhepunkt 1997 – 2001 Psion Series 5 (1997) – Design-Ikone von Martin Riddiford 1997: Project Protea resultierte in der Psion Series 5 – komplett neu von Grund auf: 32-Bit-ARM-CPU, EPOC32, 16 MB RAM, halbVGA-Display (640×240 Pixel, 16 Graustufen), und die bis heute legendäre Schiebetastatur von Martin Riddiford. Beim Öffnen der Klappe glitt die Tastatur nach vorn und hob sich leicht an – ein Mechanismus, der Schreiben mit Zehntasten-Tempo ermöglichte. Der Umsatz kletterte 1996 auf 124 Millionen Pfund. 1999 kamen Series 5mx (schnellerer Prozessor), Series 7 (Farb-VGA-Display, Laptop-Tastatur, PCMCIA) und der kompakte Psion Revo (200 g, 480×160 Pixel, ARM710T mit 36 MHz). Der Revo kostete 300 Pfund und war der kleinste Vertreter der Klasse. Symbian – Psions grösstes Erbe 1998�� Symbian Ltd. (1998): Potter erkannte, dass EPOC32 das ideale Betriebssystem für das kommende Zeitalter der Mobiltelefone sein könnte. 1998 gründete er gemeinsam mit Nokia, Ericsson, Motorola und Matsushita das Joint Venture Symbian Ltd. – Psion hielt 28 %. Das Ziel: einen offenen, herstellerunabhängigen Standard für mobile Betriebssysteme zu schaffen. Symbian wurde das meistverbreitete Smartphone-OS bis 2010 und lief auf über 500 Millionen Geräten weltweit. Nokias Symbian-Marktanteil von 63 % (2007) fusst direkt auf Potters EPOC-Vision von 1987. Rückzug aus dem Konsumentenmarkt 2001 – 2006Ende 2001 zog Psion die Konsequenzen: Palm, PocketPC (Windows CE) und günstige Konkurrenz aus Asien frässten Marktanteile. Motorola zog sich aus dem gemeinsamen Smartphone-Projekt „Odin“ (ARM-basiertes PDA-Phone) zurück. Psion strich 250 von 1.200 Stellen und schrieb 40 Millionen Pfund ab. Die Consumer-PDA-Linie wurde eingestellt. 2002 kaufte Psion das kanadische Industriehandheld-Unternehmen Teklogix und fokussierte sich fortan auf robuste mobile Computer für Lager und Logistik unter dem Namen Psion Teklogix. Das war ein stabiles, profitables Geschäft – aber das Ende der goldenen Consumer-Ära. ⚠ Motorola Solutions → Zebra Technologies: Am 15. Juni 2012 übernahm Motorola Solutions Psion für 200 Millionen USD. 2014 veräusserte Motorola den Enterprise-Bereich (inkl. Symbol Technologies und Psion) an Zebra Technologies. Ab April 2015 wurden unter diesen Marken keine neuen Produkte mehr angeboten. Das Erbe: Planet Computers & die lebendige GemeinschaftPsion baute in 20 Jahren folgendes: den ersten Handheld-Computer der Welt (1984), das erste Gerät mit Solid-State-Laufwerk (1986), die erste echte Pocket-QWERTY mit Schreibmaschinen-Anschlag (1991+) und das Betriebssystem, das zu Symbian wurde (1998) – Grundlage für 500+ Millionen Smartphones. Und hinterliess ein Design-Erbe, das Martin Riddiford 2017 bei Planet Computers direkt weiterführte. Die Psion-Community pflegt bis heute aktiv Treiber, Betriebssystem-Ports und Reparaturanleitungen.
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