Kompakt, integriert, eigenwillig erweiterbar
Der Sharp PC-4600 war Ende der 1980er ein ungewöhnlich stark integriertes Notebook mit NEC-V40-Prozessor – kompakt gebaut, aber mit einem geheimnisvollen proprietären Anschluss, dessen Zweck erst Jahrzehnte später von der Hacker-Community entschlüsselt wurde.
Zusammenfassung
Der Sharp PC-4600 (in seinen Ausführungen PC-4602 und PC-4641 bekannt) war ein Notebook-Computer aus der Wende der 1980er zu den 1990er Jahren, angetrieben von einem NEC-V40-Prozessor – einem zum Intel 80188 kompatiblen Chip mit integrierten Peripheriefunktionen. Für ein Gerät seiner Zeit war das Mainboard aussergewöhnlich stark integriert: Der Grossteil der Logik steckte in kundenspezifischen ASICs statt in einzelnen diskreten Bauteilen, was dem PC-4600 eine für damalige Verhältnisse bemerkenswert kompakte Bauform verlieh.
Je nach Ausstattungsvariante konnte der PC-4600 entweder mit zwei 720-KB-Diskettenlaufwerken oder mit einer optionalen 40-MB-Festplatte bestückt werden – beim PC-4641 etwa verbaute Sharp ein Laufwerk des japanischen Herstellers JVC. Für den Datenaustausch mit anderen Rechnern stand ein externer Diskettenlaufwerk-Anschluss zur Verfügung, ergänzt durch serielle und parallele Schnittstellen sowie die Möglichkeit, einen externen CRT-Monitor anzuschliessen.
Die eigentliche Kuriosität des Geräts war ein rückseitiger Anschluss mit der schlichten Bezeichnung „EXPBUS“ – über Jahrzehnte hinweg ein Rätsel, da offiziell nie Peripheriegeräte dafür veröffentlicht wurden. Erst durch Reverse-Engineering eines Servicehandbuchs stellte sich heraus, dass der Anschluss sämtliche Signale eines 8-Bit-ISA-Busses führte. Retro-Computing-Enthusiasten bauten darauf basierend eigene Adapterplatinen, um moderne ISA-Erweiterungskarten am PC-4600 zu betreiben – eine Premiere, für die zuvor kein einziges kommerzielles Produkt existierte.
Heute ist der Sharp PC-4600 ein seltener Fund unter Sammlern – dokumentierte Exemplare sind rar, und detaillierte zeitgenössische Testberichte zu Arbeitsspeicher- oder Displaykonfigurationen liessen sich für diese Seite bislang nicht zuverlässig auffinden. Sollte jemand Zugriff auf das Original-Servicehandbuch oder die Sharp-Broschüre haben, würden diese Lücken gerne ergänzt.
Technische Eckdaten
Was sich zuverlässig belegen lässt – die wichtigsten Eckdaten:
Prozessor NEC V40
80188-kompatibel
Speicher 2× 720 KB Floppy
oder optional 40 MB Festplatte
Erweiterung Proprietärer EXPBUS-Anschluss
intern 8-Bit-ISA-kompatibel
Anschlüsse Seriell, Parallel, externes Floppy-Laufwerk
Video Optionaler externer CRT-Anschluss
Bauweise Stark integriertes Mainboard mit ASICs
Modellvarianten PC-4602, PC-4641 (40 MB HDD)
Release ca. 1989/1990
Zitate
„Ein Anschluss, der Jahrzehnte auf seine Antwort wartete“
Erst durch Reverse-Engineering eines alten Servicehandbuchs enthüllte sich, dass der rätselhafte EXPBUS-Port des PC-4600 in Wahrheit einen vollständigen 8-Bit-ISA-Bus führte.
„Kompakt dank ASIC-Integration“
Wo andere Notebooks seiner Generation noch mit zahlreichen diskreten Chips arbeiteten, setzte der PC-4600 konsequent auf kundenspezifische ASICs – und blieb dadurch ungewöhnlich kompakt.
„Die erste Erweiterung, die es nie gab“
Kein Hersteller veröffentlichte je ein Peripheriegerät für den EXPBUS-Anschluss – die Retro-Computing-Community musste selbst nachliefern, was Sharp offenbar nie zu Ende dachte.
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